Jackaroo Jules

ˌdʒækəˈruː - a young man who is learning to work on a sheep or cattle farm

 
25November
2013

Der Rest nach Woche 2 bis Woche 6

Ja ich bins mal wieder. Habe mich ja jetzt wirklich lange nicht gemeldet merke ich grade. Die Zeit vergeht wirklich wie im Flug wenn man fuenf bis sechs mal die Woche arbeitet und meine freien Tage verbringe ich dann doch lieber mit Freunden am Strand als am PC. Da jedoch heute ein sehr verregneter freier Tag von mir ist, ergreife ich diese Gelegenheit natuerlich beim Schopf um euch mal auf den neuesten Stand zu bringen..

Als Liftinstallateur (ist das wirklich richtig geschrieben ich weiss es echt nicht) arbeite ich nur noch so 1-2 mal pro Woche da ich dann doch eher bevorzugt die simple Drecksarbeit machen solle, schwere Teile reintragen und Loecher bohren. Trotzdem ist der Job echt abenteuerlich. Dieses Wochenende habe ich mit meinem Chef Henry einen Fahrstuhl in einen Taucherclub 400 km suedlich von Sydney eingebaut und habe mich bis zu einem gewissen Zeitpunkt darueber gefreut endlich raus aus der Stadt zu kommen und die wunderschoene auenlandaehnliche Landschaft zu geniessen.. Wie gesagt bis zu einem gewissen Punkt...

Der gewisse Punkt war dann erreicht, als wir nach dem ersten Tag Arbeit in dem Taucherclub zu unserem gemieteten Motel aufbrechen wollten und der Motor unseres Toyota-Vans anstatt anzuspringen lediglich wuergegerauesche und weissen Qualm hervorbrachte. Ich wusste ja dass der Australier einen sorgloseren und etwas spontaneren Lebensstil fuehrt als zum Beispiel der deutsche. Als ich dann jedoch aus dem Gespraech zwischen Henry und einem Mechaniker raushoerte, dass mein Chef es nicht fuer noetig hielt vor so einem 800km Trip den leeren Oeltank nachzufuellen, war selbst fuer mich der Laessigkeitsbogen irgendwie ueberspannt.. Naja wenigstens habe ich in der folgenden Nacht in meinem eigenen luxurioesen Appartment mit Doppelbett und Badewanne schlafen koennen, was nach 5 Wochen Hostel wirklich fuer vieles entschaedigt hat was am naechsten Tag noch kommen sollte... Nachdem wir dann naemlich auch auch unseren zweiten Tag auf der Baustelle in Moruya hinter uns gebracht hatten und ich unseren Toyota zusammen mit einem anderen Bauarbeiter, welcher sich mehr oder weniger als unser Lebensretter herausstellte, zum Autohaendler abschleppte, mussten wir uns langsam Gedanken ueber unseren 400 km Rueckweg nach Sydney machen. Ohne Auto und mit geschaetzten 300 Kilogramm Werkzeugen meines Chefs. Klingt recht stressig und mehr oder weniger unmoeglich, haetten wir da nicht unseren Lebensretterbauarbeiter gehabt, dessen namen ich schaendlicherweise vergessen habe. Nennen wir ihn Jack. Jack hatte zwar einen Pickup mit genug Platz fuer fast alles Werkzeuge, jedoch nur fuer zwei Personen und seinen Hund, den er normalerweise mit zum Bau nimmt. Jener Hund muss recht schmaechtig sein, denn ich hatte die Ehre die 300 km von Moruya bis nach Woollongong meinen Hintern in seinem Hundekorb zu platzieren. Er hat echt nicht ganz reingepasst und ich kann euch sagen es war alles andere als angenehm und eine Vollbremsung haette dem menschlichen Wrack, dass ich waehrend dieser Odyssee war, wohl den Gnadenstoss verpasst. Aaaber allen Wahrscheinlichkeiten strotzend habe ich die Fahrt mit bleibenden Rueckenschaeden ueberlebt und wir haben uns in Woollongong einen anderen Toyota-Van gemietet mit dem wir die restlichen 200 km dann doch gemuetlich zuruecklegen konnten.. Ich habe den Sonntag dann natuerlich damit verbracht mich am Bondi Beach mit meinen neuen Kumpels Felix, Marius und Sarah zu entspannen und den ganzen Stress in den Wellen zu vergessen. Was auch echt gut geklappt hat :) Unser selbstgekochtes Abendmahl hat dem gestrigen Tag dann perfekt abgerundet. Hinterm Herd mache ich naemlich echte Fortschritte und ich merke zum ersten Mal ganz bewusst, wie viel Spass es macht sich etwas aufwendiges aber unglaublich leckeres zu kochen!!

Bei meinem dritten Job den ich inzwischen neben Kellnern und Fahrstuehle bauen ausfuehre, arbeite ich in einem riesigen Timberlager (Timber sagen die Australier zu allen moeglich Arten von Holz) und sortiere 500 KG schwere Timber-Paletten. Dafuer setze ich mich auch ab und zu hinters Steuer eines Gabelstaplers, was wirklich Bock macht. Man muss aber echt aufpassen, denn so eine schwere Ladung zu transportieren ist auch eine grosse Verantwortung. Mein Chef geriet als er noch selber aktiv war mal unter eine solche und ist heute querschnittsgelaehmt. Macht euch aber keine Sorgen, der Job ist wirklich sicher wenn man aufpasst, man darf nur nicht leichtsinnig sein.

So genug ueber meine Jobs geredet, mir kommen die ja so schon aus den Ohren wieder raus. Gott sei dank habe ich inzwischen eigentlich schon genug verdient um mir mit einem Kumpel ein Auto zu kaufen und meine Reise zu beginnen. Da ich aber noch auf meine Karlsruher warten will, werde ich hier Silvester und Weihnachten feiern und danach sofort los.

Ein Auto habe ich aber immer noch nicht da mir bis jetzt einfach die Zeit fehlt mich drum zu kuemmern. Sollte aber nicht mehr so lange dauern:)

Von Weihnachtsstimmung wird hier trotz gut geschmueckter Innenstadt nichts zu spueren sein und so werde ich mir die Tage zumindest einen Adventskalender kaufen, der auch gleichzeitig als Tagezaehler bis zum Ende meines ersten Abschnitts meiner Reise dienen soll. Dem Ende der Arbeitszeit, dem Ende der Leidenszeit und dem gleichzeitigen Beginn des Vergnuegens Cool
Ich denke jetzt auch schon darueber nach mein Rueckflugsdatum, den 30.April.2013, zu verlaengern oder sogar ganz zu stornieren, da ich vorhabe nicht in der direkten Verbingung, sondern ueber Neuseeland, Thailand und andere asiatische Laender nach Deutschland schrittweise zurueck zu reisen. Das wird jedoch nur moeglich sein wenn eine solche Stornierung nicht allzu viel kostet. Wer damit Erfahrungen hat kann sich gerne melden und mir Tipps geben.

Ich muss mich ein wenig bei euch fuer das Fehlen der versprochenen Bilder entschuldigen, aber aus irgendeinem Grund ist es nicht mehr moeglich diese von meinem Handy/Kamera in den Blog hochzuladen. Ich hoffe dass ich das Problem loesen kann und wenn nicht werdet ihr halt am Ende der Reise ueberschwemmt mit Fotos, was aber natuerlich nicht die beste Loesung waere.

So nun bleibt nicht mehr viel zu tun als euch wintererwartende Deutsche zu beruhigen, denn das Wetter ist hier im Moment ziemlich beschissen und es regnet fast jeden TagWeinend

bin schon trotzdem ein echter Brownie was bald kommende Fotos hoffentlich unterstreichen werden!!

Cheers und No Worries aus Kings X, Woolloomooloo, Sydney,

euer Jackaroo Jules

03November
2013

Bilder Woche 2

Henry (mein Chef, links) und Eric der polnische Ex-Jugendnationalspieler Morgens auf dem Weg zur Arbeit -.- Mein erster, eingebauter Behindertenlift!!!

Keine Angst das ist noch nicht alles, hab nur gerade kein Zugriff auf die anderen Bilder. Sollte die Woche noch geregelt werden ;)

28Oktober
2013

Woche 2

Sooo da ich ja versprochen habe mich zu melden wenn mein erster Job unter Dach und Fach ist wird es jetzt so langsam echt ueberfaellig dass ich mich melde. Denn ich habe bereits 4 verschiedenen Arbeitgebern meine Dienste zur Verfuegung gestellt. Ich will euch hier jedoch lediglich von meinen beiden festen Jobs berichten..

Hauptjob: Waehrend der Woche arbeite ich mit zwei polnischen Emigranten zusammen auf der Baustelle und baue Fahrstuehle in Alt- und Neubauten sowie Treppenlifts fuer Behinderte  ein. Ich verstehe mich bis jetzt wirklich gut mit den beiden, vorallem mit Eric, da ich mich mit ihm gut ueber durch Kreuzbandrisse verursachte, vorzeitige Karriereende als Handballer unterhalten kann. Im Ostblock haben sie jedoch noch andere Operationsmethoden benutzt. Seine Narbe sieht naemlich eher an eine durch Granatsplitter verursachte Kriegsverletzung aus. Naja auf jeden fall mache ich dort echt gutes Geld, fuer die jenigen die gerne nackte Zahlen hoeren: 25$/Stunde..

Ich werde im Schnitt ca 40 Stunden die Woche arbeiten, ihr koennt euch also selber ausrechnen was da fuer mich rausspringen kann. Eine beruflich so steile Karriere bringt natuerlich auch immer seine Neider mit sich und so hatte ich gestern bei Facebook ein eher unserioeses Angebot im Postfach. Ein anderer deutscher Backpacker bot mir 200$ dafuer dass ich ihm meinen Job abtrete. Ich habe dankend und mit einem Lächelnd abgelehnt.

Ich werde natuerlich alles geben um den Job zu behalten und das ganze 2 Monate durchzuziehen damit ich mir eine gute Grundlage fuer den East Coast Surf Trip ersparen kann. So selbstverstaendlich wie ich das hier schildere ist es naemlich wirklich nicht einen geregelten Job zu bekommen. Geschaetzte 80 % aller Work and Traveler verlassen Sydney innerhalb der ersten 3 Wochen aus Verzweiflung an keinen vernuenftigen Job zu geraten. Wie leider auch meine beiden besten Karlsruher Kumpels, die mit ihrem gerade gekauften Ford Falcon Stationwagon morgen das Weite suchen werden...

Hm ja eigentlich gehoert jetzt hier die Beschreibung meines Nebenjobs hin. Da ich diesen Eintrag jedoch schon vor ein paar Tagen angefangen und in der Zwischenzeit in dem japanischen Restaurant gekuendigt habe, bleibt mir nicht mehr viel zu sagen. Erwaehnenswert sind aber auf jeden Fall meine Essensauslieferungen auf dem Fahrrad durch Sydneys Partyviertel schlechthin waehrend dem seehr belebten LINKSVERKEHR der Abendstunden. Hab natuerlich ein Beweisfoto schiessen lassen, das ich mir aber erst noch von dem aufgeweckten Paparazzi beschaffen muss Cool

Ja meine wenige Freizeit verbringe ich mit surfen am Manly Beach mit meinem deutschen Kumpel Michel. Er arbeitet als Hausfrau bei einem Australier und darf sich seine Surfboards ausleihen mit denen wir jetzt regelmaessig an Samstagen unsere Wellenreiterskills verbessern werden!!

Nebenbei setze ich alles daran mein hart verdientes Geld an den Staat Australien zu verschenken. Jannis der Karlruher Kumpel und ich wollten letzte Woche naemlich noch unbedingt ans Opera House um Karten fuer eine Vorstellung zu kaufen. Leider lag zwischen uns und unserem Ziel der bereits geschlossene, riesige botanische Garten Sydneys. Wie er da so einsam und iydillisch vor uns schlummerte dachten wir uns nichts dabei und erklammen den 4 Meter hohen Sicherheitszaun und rutschten an einer Laterne auf der anderen Seite wieder runter. Wir hatten grade die Haelfte des Gartens hinter uns gelassen als sich ploetzlich ein Golfcar mit auffaellig hoher Geschwindigkeit und Sirene auf uns zu bewegte. Der Sicherheitsmann am Steuer sprang mit Walky Talky im Anschlag aus dem Golfcar und sprang auf uns zu. Wir verstanden nicht viel von dem was er sagte aber die Worte ''monetary penalty'', ''700$'' und ''police'' klangen mit unangenehmer Schaerfe heraus. In den folgenden drei Minuten stellten Jannis und Ich jeweils beide unsere Rekordzeiten auf 2000 m ein und ueberlebten irgendwie einen Sprung aus 4m HoeheBrüllend

Sooo da morgen die Arbeit wieder los geht lasse ich mich den Rest des Sonntags auf unserem Rooftop mit den anderen Backpackern braten und abends machen wir ein Abschiedsbarbecue mit den Karlruhern :(

Mein naechstes grosses Ziel hier in Sydney ist der Kauf eines eigenen Stationwagon!!

Ich melde mich in spaetestens zwei Wochen wieder bei euch und bin mir sicher dass sich bis dahin einiges getan hat! Und weitere Bilder kommen auch bald noch.

Ich hoffe euch gefaellt es wie ich die ganze Sache hier niederschreibe und wuerde mich ueber Rueckmeldungen freuen, um vielleicht auch etwas zu verbessern:)

In diesem Sinne bis dahin,

euer Juli

19Oktober
2013

Bilder: Woche 1

18Oktober
2013

Woche 1

Hey Leute, soo Woche 1 ist nun vorbei und ich denke es ist Zeit für meinen ersten Eintrag. Alles began natürlich mit meiner Anreise über 16.500 KM von Köln über Dubai und Bankok nach Sydney. Über diesen Teil meiner reise will ich jedoch nicht viele Worte verlieren, da einfach nichts spektakuläres passiert ist. Ich will lediglich jedem Mut machen der eine solche Reise wegen des langen Fluges scheut. Es ist wirklich echt easy und man kann sich während den 20 Stunden in der Luft die Birne mit blockbustern aller Art zuballern wie ich es tat. Dann ist das ganze wirklich halb so wild! Soo genug, jetzt geht's ans eingemachte: Klingt wie ein standardsatz in solch einer Situation, aber Sydney ist wirklich ein TRAUM!! Ich meine wirklich jeden Buchstaben dieses Wortes ernst. Wer sich einfach mal die Laufschuhe anziehen, durch einen Urwaldähnlichen, riesigen botanischen Garten laufen, wie Rocky am Ende seines Laufs die Stufen des Opera Houses erklimmen und das alles auch noch mit den schönsten Frauen eines ganzen Kontinents machen darf, der hat einfach mal die Schnauze zu halten und das ganze zu genießen:) tja und genau das tue ich im Moment.. Da sich die meisten vor meinem Charme nicht retten können habe ich auch schon viele Freunde gefunden, ein männliches Duo aus Karlsruhe mit denen ich jeden Abend zusammen koche und den einzigen bezahlbaren Alkohol (5 Liter Tetrapacks gefüllt mit Weisswein genannt Goon --> Angeblich soll dieser under anderem Überreste von Fischen enthalten :) ) runterschlucke. Mit zwei anderen bereits guten Freuden, einem Paar aus Bonn war ich am Samstag am Manly Beach Surfen, einem sogennanten Beginner Beach. Beginner Beach hin oder her die Wellen scheppern Grünschnäbel wie mich ziemlich aus dem Leben. Trotzdem habe ich es geschafft ein paar Wellen zu reiten, was meine Freundin Vera natürlich alles mit ihrer GoPro Kamera in Videoform dokumentiert hat. Für die misstrauischen unter euch, die einem Poser wie mir solche Storys nicht glauben ;) Soo da der nächste Aldi 20 Minuten entfernt ist und ich echt Kohldampf schiebe beende ich diese einseitige Unterhaltung nun und werde mir mein Abendmahl ersparen. Mein nächster Eintrag kommt wenn ich meinen ersten Job in der Tasche habe. Ich kann euch nur sagen: Es bahnt sich da was an;) Wünsche euch allen n schönen, verregneten kalten Tag, sonnige Grüsse von der anderen Seite, Euer Jackaroo Jules P.s. Bilder kommen am Wochenende
08Oktober
2013

Bald geht es los

Dies ist der erste Eintrag in meinem neuen Blog. In Zukunft werde ich hier über meine Erlebnisse im Ausland berichten.